Wenn der Event selbst zur Geschichte wird: Eventkommunikation im Newsroom-Prinzip
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Ein Event kommt kommunikativ erst dann zur vollen Wirkung, wenn er professionell begleitet, bespielt und erzählt wird – fast wie in einem Corporate Newsroom.
Grossveranstaltungen sind kommunikative Ausnahmesituationen: Alles passiert innert kürzester Zeit, nichts lässt sich verschieben, und die Halbwertszeit eines Moments beträgt Minuten. Wer in diesem Umfeld Wirkung erzielen will, braucht mehr als nur ein Aftermovie; er braucht eine Redaktion.
Das Prinzip dahinter ist konsequent: Eine temporäre Eventredaktion funktioniert nach denselben Grundsätzen wie ein Corporate Newsroom. Klare Rollen, tägliche Redaktionssitzungen, ein durchdachter Content-Plan – und gleichzeitig die Offenheit, im richtigen Moment alles fallenzulassen und das Unerwartete zu greifen.
Zwei Projekte aus jüngster Zeit zeigen eindrücklich, wie dieses Modell in der Praxis aufgeht.
Grand-Prix von Bern 2026 – Rekord auf der Strecke, Rekord auf dem Feed
Mit 37'870 Anmeldungen war der 44. Grand-Prix von Bern, der am 9. Mai 2026 stattfand, die grösste Laufveranstaltung in der Geschichte der Deutschschweiz. Ein Rekord auf der Strasse und einer, der dank einer gut eingespielten Eventredaktion auch auf den digitalen Kanälen neue Höhenflüge erreicht hat.
Seit 2015 begleitet Newsroom Communication AG mit einer professionellen Eventredaktion den GP von Bern. Und doch war 2026 kein Routineauftrag: Neu hinzu kam etwa ein LED-Bogen beim Startfeld mit eigenproduzierten Countdown-Animationen. Der visueller Auftakt schickte Läuferinnen und Läufer auf die Piste und wurde auf Social Media vielfach geteilt. Physische und digitale Live Kommunikation verschmelzen zusehends.

Das Team, der Plan, der Moment
Für den Tag X arbeitete eine sechsköpfige Eventredaktion in einem unspektakulären Meetingraum im Novotel Hotel, aber mitten im Geschehen und unmittelbar neben der Startlinie: Redaktionsleitung, Social-Media-Redaktion, Kamera, Schnitt, Regie und Fotografie. Entstanden ist eine schlagkräftige temporäre Redaktion – gebaut nach dem Newsroom-Prinzip.
Das Konzept: sorgfältig geplant mit Redaktionsplan und klaren Storytelling-Formaten, aber konsequent offen für das, was sich nicht planen lässt.
Die Zahlen belegen ein Prinzip, das Newsroom Communication seit Jahren verfolgt: Wer am Tag X mit einer Eventredaktion vor Ort ist und Inhalte in Echtzeit produziert, schafft eine digitale Präsenz, die kein im Voraus geplanter Post auch nur annähernd erreicht. Bestes Beispiel, als Bundesrat Beat Jans überraschenderweise plötzlich im Starterfeld stand. Das Team war sofort zur Stelle, produzierte ausserplanmässigen Content, der Bundesrat teilte ihn im Anschluss, die Bilder gingen (fast) viral.
Für Benjamin Blaser, Mitgründer von Newsroom Communication, ist das kein Zufall, sondern Konzept:
«Medienschaffende sind bei aussergewöhnlichen Ereignissen schnell mit qualitativ hochwertigen Inhalten zur Stelle. Wir haben es uns vor über zehn Jahren zur Aufgabe gemacht, diese Form der Kommunikation auch zu den Veranstaltungen zu bringen.»
UEFA Women's Euro 2025 – Berner (Ball)zauber
Über 511'000 Gäste auf dem Bundes- und Waisenhausplatz in Bern. Ein Sommer voller Fussball, Musik und Begegnung. Und eine Host City, die von allen acht Austragungsorten digital am stärksten wahrgenommen wurde. Das war der «Berner Ballzauber» – und auch hier führte eine durchgetaktete Eventredaktion zum Erfolg.
Damit die Content-Rädchen bei einem solchen Grossprojekt richtig zusammenspielen, musste zuerst eine saubere Basis erstellt werden. Die Berner Agenturen KARGO und Newsroom Communication verantworteten das Event-Branding, den kompletten digitalen Auftritt, die Marketingkampagne und die Ablaufregie für das Bühnenprogramm auf dem Bundesplatz. Hinzu kam die inhaltliche Bespielung der LED-Walls – und im Rahmen der Partnerschaft mit BSC YB die Unterstützung der UEFA-Stadionregie bei den Spielen im Wankdorf. Dank dieser engen Verzahnung der wichtigsten kommunikativen Elemente war es möglich, während der Eventphase mit einem eigenen Redaktionsbetrieb die Emotionen aus Bern erfolgreich in die ganze Welt hinauszutragen.
Struktur als Erfolgsfaktor
Für die Turnierdauer wurde eine massgeschneiderte Eventredaktion aufgebaut, die nach dem Corporate-Newsroom-Prinzip arbeitete: Eine Redaktionsleitung definiert die Tagesthemen und koordinierte deren Ausspielung im richtigen Format auf und mit Social Media, Video, Fotografie, und Screen-Bespielung. Tägliche Redaktionssitzungen, bei denen auch die städtische Medienarbeit integraler Bestandteil war, sorgten dafür, dass Themen, Inhalte und Kanäle eng verzahnt waren – und das Team schnell auf Änderungen reagieren konnte.
Von Instagram und TikTok über die Website bis zum Event-Newsletter: Täglich entstanden Bildstrecken, Videos, Hintergrundstories und Live-Impressionen. Der visuelle Markenauftritt wurde auf LED-Screens, DOOH-Flächen, Online-Marketing und Eventanwendungen adaptiert – immer aus einem Guss.
Der Höhepunkt: Der Viertelfinal
Als die Schweizer Nati den Viertelfinal erreichte, explodierte der Bundesplatz – und mit ihm die digitalen Kanäle. Die Jubelbilder erreichten organisch über 750'000 Menschen. Ein Moment, der sich nicht planen liess, aber nur deshalb so wirkungsvoll kommuniziert werden konnte, weil das Team permanent vor Ort war und in Echtzeit handeln konnte.
Eventkommunikation als strategische Disziplin
Der Grand-Prix von Bern und der Berner Ballzauber könnten unterschiedlicher kaum sein – die eine Veranstaltung ein traditionsreicher Laufsport-Event an einem Tag, die andere ein europäisches Fussballfestival während drei Wochen. Und doch folgen beide derselben Logik in der Kommunikation.
Planung schafft die Grundlage. Ein durchdachter Redaktionsplan, klar verteilte Rollen und definierte Storytelling-Formate sind keine Einschränkung – sie sind die Voraussetzung dafür, dass im entscheidenden Moment überhaupt Spielraum entsteht.
Präsenz schafft Authentizität. Was im Voraus produziert wird, erreicht nie dieselbe Wirkung wie Inhalte, die in dem Moment entstehen, in dem etwas passiert. Ob Bundesrat im Starterfeld oder Torjubel auf dem Bundesplatz – solche Momente lassen sich nicht vorplanen. Aber man kann bereit sein für sie.
Struktur ermöglicht Spontanität. Das Newsroom-Prinzip – auch als temporäre Eventredaktion – ist kein bürokratisches Korsett. Es ist die Architektur, die es erlaubt, schnell, koordiniert und in hoher Qualität zu handeln, wenn es darauf ankommt.
Eventkommunikation ist mehr als Social-Media-Betreuung am Rande. Sie ist eine eigene Disziplin, die kreative Konzeption, präzise Planung, multimediale Produktion und Live-Regie zusammenführt – und die dann am wirkungsvollsten ist, wenn sie als integriertes Ganzes gedacht wird.
Was ist deiner Meinung nach der grösste Hebel bei der Eventkommunikation?
Planung im Vorfeld
Live-Präsenz am Event
Die richtigen Kanäle
Das Team dahinter



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