«Redaktionsplanung ist bei der BLS kein Selbstzweck»
- Newsroom Communication
- 17. Sept. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 15. Okt. 2025
Fahrplanwechsel, Bauprojekte, Freizeitangebote – die Kommunikation der BLS deckt ein breites Themenspektrum ab. Im Interview erklärt Harry Tresch, Leiter Redaktionsteam und stellvertretender Leiter Unternehmenskommunikation, wie eine kluge Redaktionsplanung dabei hilft, den Überblick zu behalten – und warum man sich dabei nicht auf Tools verlassen sollte.
Was bedeutet Redaktionsplanung für euch im BLS-Newsroom – und warum ist sie so zentral für eure Arbeit?
Wir wollen nicht einfach wild drauflos kommunizieren, sondern möglichst strategisch und abgestimmt vorgehen. Die Redaktionsplanung bildet somit ein zentrales Element des Newsrooms. Ohne gute Planung ist Kommunikation vielleicht laut, aber ziel- und deshalb oft wirkungslos.
Wie bringt ihr die verschiedenen Themen – von Fahrplan bis Freizeit – unter einen Hut?
Dafür nutzen wir unser Themenhaus. Es ist wie ein architektonischer Rahmen für unsere Kommunikation: Ob Fahrplanänderungen, Infrastrukturprojekte oder Strategiekommunikation – alles muss sich dort verorten lassen. So stellen wir sicher, dass jedes Thema auf unsere strategischen Stossrichtungen einzahlt und nicht einfach irgendwo im luftleeren Raum hängt.

Wie werden eure vielfältigen Themen priorisiert?
Wir arbeiten mit Relevanzkriterien. Dabei schauen wir: Passt das Thema ins Themenhaus? Ist es für unsere Zielgruppen relevant? Und: Haben wir gerade Kapazität und den richtigen Zeitpunkt? Themen, die strategisch wichtig sind oder stark auf unsere Reputation wirken, bekommen natürlich Vorrang. Und wenn’s mal brennt, entscheidet der oder die Tageschef:in im Daily – pragmatisch und schnell.
Welche Tools oder Methoden nutzt ihr, um eure Planung transparent und effizient zu gestalten?
Aktuell nutzen wir eine Kombination aus Planner und OneNote – nicht fancy, aber funktional. Dazu kommen tägliche und wöchentliche Meetings (Newsroom Daily, Weekly und Teammeeting), in denen wir alles abstimmen. Langfristig wollen wir ein Tool, das Themensteuerung und Kanalplanung vereint. Aber bis dahin gilt: Keep it simple and smart.

Was sind die grössten Herausforderungen in der Redaktionsplanung – und wie geht ihr damit um?
Die grösste Challenge ist wohl die Vielfalt der Themen und die vielen Schnittstellen im Unternehmen, beispielsweise zur Marketingkommunikation. Da braucht’s klare Prozesse, gute Kommunikation und manchmal auch Geduld. Wir begegnen dem mit in erster Linie mit unseren beiden Gremien erweiterter Newsroom und der Partnerkonferenz. In beiden Gremien tauschen wir uns mit Kolleg:innen aus den verschiedenen Bereichen der Unternehmung – wie etwa der Personenmobilität oder der Infrastruktur – aus. Im Weekly-Meeting mit dem erweiterten Newsroom schauen wir operativ auf die nächste Woche, in der Partnerkonferenz auf das nächste Quartal.
Welchen Tipp würdet ihr anderen Unternehmen geben, die ihre Redaktionsplanung professionalisieren wollen?
Startet nicht mit Tools, sondern mit einem gemeinsamen Verständnis: Was wollt ihr erreichen? Welche Themen sind wirklich relevant? Und wer muss wie eingebunden werden? Ein gutes Konzept, klare Rollen und ein bisschen Mut zum Ausprobieren sind Gold wert. Unser Motto: «Good enough to try» – lieber starten und weiterentwickeln als ewig planen.
Welches Format oder welcher Kanal profitiert bei euch am meisten von der sorgfältigen Redaktionsplanung – und kannst du dazu ein Beispiel nennen?
Es profitiert nicht ein einzelner Kanal besonders von einer sorgfältigen Redaktionsplanung – vielmehr ermöglicht sie uns, für jedes Thema den passenden Kanalmix zu wählen. Wir versuchen vom Inhalt – also dem Thema – her zu denken: Erst wenn klar ist, worum es geht und wen wir erreichen wollen, entscheiden wir, über welche Kanäle wir kommunizieren. So erzielen wir eine höhere Wirkung, weil wir relevante Inhalte dort platzieren, wo sie die Zielgruppen am besten erreichen.



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